Montag, 31. Dezember 2012

Happy New Year 2013



Das alte Jahr geht, das neue Jahr kommt. Wir blicken zurück auf viele schöne und lehrreiche Stunden am Bach, wunderschöne große und kleine Fische sowie viele herausfordernde Situationen, denen wir in der kommende Saison gemeinsam gewappnet sein wollen. Gedankenspiele über Barben und Äschen aus dem Neckar, Brückenforellen und vieles mehr spuken seit Wochen und Monaten durch unsere Köpfe und Träume. Der im Kalender rot angestrichene 1.März rückt immer näher, die Boxen quellen über in der Hoffnung für jede dieser Situationen die passende Fliege zu haben. Der Herausforderung dieses mal gewachsen zu sein. Denn sind es nicht genau diese Herausforderungen, an denen man wächst?



Einen guten Rutsch in's neue Jahr und erfolgreiche
Stunden am Wasser wünschen euch

Nino, Frank & Max

Sonntag, 30. Dezember 2012

Jahresabschluss 2012 - Reservoir de cigognes, Seltz


Mit Schwung wollte ich das fast vergangene Jahr 2012 verlassen und was kommt da gelegener als einen Tag fischen zu gehen? An sämtliche Bäche und Flüsse der Region war nicht zu denken, da die warmen Temperaturen alle Fließgewässer in kaffe-braune, schnell dahin schießende Fluten verwandelt hatten. Also lag es nahe an ein Stillgewässer zu fahren und dort zu fischen.


Samstag morgen um 8:30 Uhr wurde ich von Peter und Jörn (Heartland Fly Fishers) abgeholt und wir machten uns auf den Weg ins Elsass. Das ungewöhnlich warme Winterwetter ließ schon eine angenehme Fischerei vermuten, doch dass es so schön wird hatte ich mir nicht ausgemalt. Blauer Himmel, Sonnenschein und über 11°C machten die Fischerei zum Vergnügen.


Diese Vermutung hatten wahrscheinlich auch ca. 40 weitere Fischer und so war es nicht überraschend, dass schon bei Ankunft unzählige Autos den Parkplatz schmückten. Ich musste mich regelrecht anstrengen ein paar Bilder des Sees zu machen, auf denen nicht fünf weitere Fischer zu sehen waren.
Da der See in der ehemaligen Rheinaue liegt und durch dessen Wasser unterirdisch gespeist wird, war zu erwarten, dass der Wasserstand auch dort entsprechend hoch ist. Also zog ich gleich von Anfang an die Wathose an und begann zu fischen.



Ich hatte für diesen Tag meine #5er Rute mit Schwimmschnur im Gepäck. Um trotzdem etwas auf Tiefe zu kommen, fischte ich schwere, kleine Tungstenstreamer, die ich nach dem Wurf ca. 10-15 Sekunden absinken ließ. Die Rute unter die Achsel geklemmt strippte ich den Streamer gaaanz langsam zurück. Der Erfolg lies nicht lange auf sich warten und so freute ich mich am Ende des Tages über vier gelandete Forellen.


Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Fisherei an solch einem Reservoir nicht unbedingt einfach ist und man schnell auch mal ohne einen Zupfer nach Hause fährt. Umso beruhigter kann ich nun das Jahr 2012 mit krummer Rute abschließen und hinter mir lassen.

Tight Lines, Max


Montag, 24. Dezember 2012

Frohes Weihnachtsfest


Quelle: https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEhHi2_8hg8JogpSIV7zV4ZaBlZJMZcVxmRN1AK3uFIq3psa-doQ3EQ2hQcvruNJ_7ZSv6fehWjJcUn5UKa8wcwCY-VSusiTunkWY8bfD5A74CzkwKFxD07DwmN5yavqmHNpyGbFxcsvjaRz/s1600/fs.jpg

Nino, Frank und Max wünschen euch schöne Weihnachten 2012.

Tight Lines!

Freitag, 21. Dezember 2012

Grayling instead of Trout Stalking



Herbst- und Winterzeit ist Äschenzeit, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Doch ist dieser Umstand bei uns ein wenig anders geartet und das hat auch seinen Grund. Die am häufigsten vorkommende Salmonide unserer Bäche ist nun mal die Bachforelle und nicht die Äsche. So ist es klar, dass ab Oktober unsere Bäche für die Fischerei gesperrt sind - und sich unsere Äschensaison somit eben über das restliche Jahr verteilt.


Nachdem wir schon letztes Jahr eine Äsche in dem kleinen kanalisierten Bach auf eine Nymphe fangen konnte, stand ein weitere Fahnenträgerin auf unserem Merkzettel für diesen Sommer natürlich weit oben. Also fischten wir dort auch diesen Sommer auf die schönen Fahnenträger und hatten dementsprechend mit den Schwierigkeiten so mancher Sommertage zu kämpfen - Gewittern.


Rückblick:

In den letzten Wochen stellte sich uns nicht die Frage: An welchen Bach wollen wir fischen gehen, sondern vielmehr: Wo kann man überhaupt noch fischen? Denn nach den zahlreichen Gewittern und den nicht enden wollenden Starkregenniederschlägen die sich zeitgleich aus dem Himmel auf uns ergossen, musste man die Pegelstände immer genau im Auge behalten bevor es an die Auswahl des Fishingspots ging. So kam es vor, dass sich der Abfluss einiger Bäche binnen einer Stunde Verachzigfachte und somit an eine Fischerei dort nicht mehr zu denken war!


Schossen in dem einen Bach gerade noch die braunen Fluten dem Neckar entgegen, so war der andere schon wieder klar und befischbar. Nach längerer Suche hatten wir endlich einen guten Spot gefunden und begannen mit der Äschenfischerei. Frank hatte schnell eine Äsche stromab ausgemacht, erfolgreich mit der Trockenfliege angeworfen und an der parabolischen #3er Rute gefühlvoll ausgedrillt.



Einige Meter stromab landete ich Frank diese wunderschöne 40er Äsche, die nach ein paar Fotos direkt wieder in ihr Element entlassen wurde. Die Freude über diesen in unseren Breiten leider sehr selten gewordenen Fisch war groß und motivierte uns bei unserem Projekt Sommer-Äsche. Da Frank eindeutig die meisten und schönsten Äschen fing, wurde er schnell zum Projektleiter erkoren.


Aufgrund der Tatsache, dass die Ammer direkt durch Tübingen verläuft und stark verbaut ist, sind die menschlichen Bauwerke oft die einzigen Möglichkeiten der Äsche Schutz und Struktur zu suchen. Anfang nächsten Jahres wird mit der Renaturierung eines kurzen, bisher schnurgeraden und einbetonierten Abschnitts ein Schritt in die richtige Richtung gemacht. Auf einer Strecke von wenigen hundert Metern soll die betonierte Solschale ausgebaggert und durch Uferbefestigungen aus Natursteinbuhnen und Reisigflechtwerk naturnah umgestaltet werden. Leider ist das ursprüngliche Bachbett durch die anliegenden Häuser schon so stark eingeengt worden, so dass das Anlegen von Mäandern nicht mehr möglich ist. Ich bin gespannt ob und wie die Fische den neu gestalteten Abschnitt annehmen werden!


Auf die 40er Trockenfliegen-Äsche folgten über den Sommer etliche weitere Fahnenträger sowohl bei mir als auch bei Frank. Besonders erfreulich fanden wir, dass Exemplare unterschiedlichster Größe darunter waren - von handlang bis mehrmals an die 40er-Marke, aber auch einsömmrige Jungäschen konnten wir zwischen den Schwärmen von Schneidern und Haseln ausmachen! Mit der Zeit gelang es uns recht gut einzuschätzen wo sich die Äschen in dem eintönigen, schnurgeraden Bach aufhielten und Takes auf kleine CDC-Sedges kamen mitunter auf Ansage...auf dass es bald wieder Sommer wird!


Tight Lines!

Max & Frank

Sonntag, 2. Dezember 2012

Wicked Pike - Fliegenfischen auf Hecht in Holland




Nach langer Zeit melden wir uns mit neuen Beiträgen zurück!
In diesem Zuge möchte ich mich für die lange Abstinenz entschuldigen. In den letzten Monaten ist viel passiert, ein temporärer Umzug, Alex ausstieg bei TS und ein zeitlich begrenzter Ausflug in die Arbeitswelt haben die Zeit zum bloggen, wie Eis schmelzen lassen. Da bekanntlicherweise jetzt der Winter kommt und die Kälte die Gewässer frieren lässt, wird wieder mehr Zeit vorhanden sein, um euch von unseren Trips zu berichten. Let's start!

Ich hatte meine Ruten für die Winterzeit schon verpackt und die Fly Fishing Season 2012 innerlich für mich abgeschlossen, als mir Nino von einer Einladung von Flybei-Alex zum Hechtfischen nach Holland berichtete. Ich spitzte die Ohren und witterte die Chance mich nochmal so richtig ausfischen zu können und die letzten stressigen Monate zu vergessen. Ende November ging es dann los. Alex hatte im Vorfeld eine perfekte Organisation hingelegt und uns ein Haus mit Boot direkt am Wasser gemietet.
Am Donnerstag Abend fuhr ich in Richtung Holland, um dann gemeinsam mit Nino und Alex in unser Zielgebiet aufzubrechen. Vor Ort trafen wir uns mit Daniel, dem vierten Mann in unserer Gruppe. Unsere gemeinsame Vision: In vier Tagen, von zwei Booten aus, die Novemberhechte mit dem Streamer zu überlisten! 




 Das Wetter war rau, windig und sah nach Regen
aus. In viele Schichten aus Fleece, Wolle und anderen wärmenden Materialien eingepackt, fühlte ich mich wie ein Astronaut der einen unbekannten Planeten zu betreten vor hat. Verstärkt durch die Müdigkeit meines geistigen Zustandes bestieg ich mit Nino unser Boot, um die unbekannte Grachtenwelt zu erforschen und die Monsterhechte zu finden.



Alex, der das Gebiet schon seit mehreren Jahren kennt, gab die Richtung vor, kaum einen Meter gefahren hatte er auch schon einen ersten Biss. Perfekt dachte ich mir und träumte schon von Hechtmäulern, die nach meinem Streamer schnappten, doch es passierte erst mal lange Zeit nichts.
Im Gegensatz zu uns drillten Alex und Daniel schnell die ersten Hechte der Tour.
Los..., motivierte ich mich und kämpfte gegen die Müdigkeit an. Ein Streamer der nicht im Wasser ist fängt keinen Fisch!

Ganz nach dem Motto wurden die #8er Ruten geschwungen und die Schnüre durch die Schlangenringe geschossen. Die großen Fliegen wurden direkt am Schilf angeboten und dann langsam zum Boot zurück gestippt. Dann ruckte es auch bei mir in der Schnur - ein Biss! Ich setzte den Anschlag und drillte meinen ersten holländischen Hecht. Jetzt hatte es auch endlich bei uns im Boot geklappt und ein schöner Mitsiebziger wurde wieder in sein Element entlassen. Ein erster Beweis, wenn auch kein Monster, ihrer Existenz wurde geführt!

Den fast chronisch gewordenen Schlafmangel konnten wir auch in den nächsten Tagen nicht ausgleichen, zwar wurde es früh dunkel, doch stand dann meist die Besprechung des nächsten Tages, kochen und essen auf dem Programm. Im Anschluss daran wurden bis spät in die Nacht Streamer für den darauf folgenden Tag gebunden, getrunken, entspannt und Erlebnisse aus der Welt des Fliegenfischens berichtet. 




Mit besonderer Freude durfte ich in den folgenden Tagen ein paar große Barsche im Boot begrüßen, die als Beifang den Hechtstreamer nicht verschmähten. Als besonders fängig stellten sich Streamer im Barschdekor heraus, die an markanten Strukturen präsentiert wurden. Die Bisse kamen meist, nach wenigen Zupfern, knall hart. Neben dem Hecht ist der Barsch ein faszinierender Räuber.



Die Fischerei wurde nicht einfacher und wir mussten uns jeden Fisch hart erarbeiten. Zwar konnten wir Hechte beobachten,  die direkt am Boot nach Kleinfischen jagten. Doch sollte es ein Trugschluss sein, wenn man glaubte diese dann leicht fangen zu können.
Nino schaffte es dann doch, im letzten Abendlicht, des dritten Tages einen dieser wildraubenden Hechte zu überlisten. Die Freude war groß!




Ich kannte die Hechtfischerei mit der Fliege bisher nur von meinen Touren nach Schweden und den heimischen Seen, so war es für mich eine spannend und neue Erfahrung die Fischerei in den urbanen Strukturen zu entdecken. Eine besondere Herausforderung bestand darin, sich möglichst geräuschlos mit dem Boot in den engen Kanälen zu bewegen und auf engstem Raum zielgenau die großen Fliegen zu präsentieren.
Nicht selten kam es dabei vor, dass man zum Hänger lösen in holländischen Vorgärten herum turnen musste, oder einmal quer durch's holländische Wohnzimmern fischte. Eine ganz besondere und andere Art der Fischerei, die meinen Erfahrungen und Vorstellungen vom Urban Fly Fisching eine ganz neue Perspektive gibt.
Zum Schluss habe ich euch unsere erfolgreichsten Streamer dieser Tour zusammengestellt.

Tight Lines!





Mittwoch, 4. Juli 2012

Fischerfest des KFV Tübingen

Hey Leute,
am 22.07.2012 findet ab 10.00 Uhr unser Fischerfest im Vereinsheim statt!
Ihr seid alle herzlich dazu eingeladen bei uns im Verein vorbeizuschauen, euch zu informieren, oder einfach ein paar leckere Forellen zu essen.

Ich freue mich auf euch,
LG Max

Freitag, 15. Juni 2012

Yellow Sally - Sternstunden am Bach

Ein wohlklingendes Rauschen verrät was ich eigentlich schon weiß, der Wasserstand ist endlich gestiegen. Der Regen der letzten Tage hat gutes getan, die Bodenspeicher gefüllt und letztendlich auch den Abfluss der Bäche in der Region erhöht.

Die Luft ist nicht besonders kalt, doch das Wetter ist trüb. Kaum spürbarer Nieselregen fällt aus den Wolken der Erdoberfläche entgegen. Das mittlerweile feuchte, hüfthoch gewachsene Gras duftet nach Sommer. Alles um mich herum ist saftig grün.

Eine kleine gelbe Steinfliege klettert auf der Suche nach einem Partner an einer Bank am Ufer entlang. Die Isoperla Grammatica oder auch Yellow Sally kommt in diesem Jahr besonders häufig vor und lässt die Bachforellen fressen, als gäbe es kein Morgen mehr.

Selbst größere Fische sind jetzt auch am Tag aktiv und lassen sich mit Nymphe und Trockenfliege überlisten.

Besonders beeindruckt mich in dieser Saison die Stärke der Fische, trotz ihrer Größe nehmen sie Schnur und springen immer wieder.

Diese Bachforelle hatte die 40ger Marke bereits überschritten und lieferte an der #4er Rute einen furiosen Drill.

Die Schönheit der Bachforellen beeindruckt mich immer wieder auf neue. Jeder Fisch sieht anders aus und ist von einem besonderen Muster geprägt.

Vom dunkler Rücken bis zum goldgelber Bauch reicht das satte Farbspektrum einiger Forellen.

Dann mal wieder fast minimalistisch mit wenigen dafür aber großen schwarzen Punkten.

Der bläulicher Hauch der die Kiemdeckel der Bachforellen umspielt wirkt einen unwiderstehlichen Bann aus.
Ich freue mich auf meinen nächsten Tag am Bach.

LG Max

Freitag, 1. Juni 2012

Fliegenfischen an der Deutschen Traun


Nach den vergangenen heißen und auch fischereilich sehr ernüchternden Tagen stand endlich wahres "Trout Stalking" auf dem Programm. Gebucht hatten wir für unseren vorletzten Tag die traditionelle Strecke der Deutschen Traun. So stand uns ein Tag Flussfischerei bevor, den wir freudig erwarteten. Wir wechselten die schweren Hechtruten gegen die leichten Forellenruten aus und verspürten sogleich eine ungeahnte Leichtigkeit beim Werfen.



Alex hatte für die Traun seine selbst gebaute Helios in Schnurklasse #6 dabei, ich fischte eine #5er Helios mit der RC3 L von Vosseler, die mir noch zum Verhängnis werden sollte... Aber dazu später mehr. Wie auch in den vergangenen Tagen waren wir bereits mit dem ersten Licht am Wasser. Der Morgen war mit 16 C. äußerst warm begleitet von immenser Luftfeuchtigkeit, welche vereinzelt kleinste Fliegen zum schlüpfen animierte. Kurz nachdem wir an den Ufern der Traun angekommen waren, begann es zu nieseln. Der Wetterbericht versprach für diesen Tag mäßige bis heftige Regenschauer und einen Temperatursturz von 16 Grad in der Früh auf 8 Grad am Vormittag. Der Regen erschwerte die Einsicht ins Gewässer ungemein und so beschlossen wir, uns für die erste Zeit zu trennen und die Spot's alleine abzufischen.


Mit dem Ziel, der großen Steinblöcke auf der anderen Uferseite vor Augen, knüpfte ich eine graue Steinfliege an und begann zu fischen. Als das Nieseln bereits in einen handfesten Regen übergegangen war und ich nicht einen Zupfer zu verbuchen hatte, fing ich an, mir Gedanken zu machen. Ich legte die Rute zur Seite, nahm meinen Kescher und zog ihm die rote Strumpfhose mit den zugeknoteten Beinen an. Den etwas modifizierten Kescher hielt ich für einige Minuten in die Strömung. Als meine Neven bereits die drohende Unterkühlung in meinem Kopf meldeten, hob ich den Strumpfhosen-Kescher vorsichtig aus dem Wasser. Zum Vorschein kamen einige kleine braune Nymphen mit fast schwarzer Flügelscheide. Ihr macht euch also auf, die Lüfte zu erreichen...

Ich wechselte meinen Standort auf die gegenüberliegende Flussseite und knüpfte eine 18er Tungsten Pheasant Tail an. Der Schlupf begann immer heftiger zu werden. Alex, der einige Meter flussauf einen Pool befischte, drillte schon die erste Traunforelle.
Mir gelang es trotz der erschwerten Bedingungen eine Forelle zu spotten und begann diese vorsichtig anzufischen. Meine Mühen wurden gekonnt ignoriert. Ich präsentierte erneut, leider einen guten Meter zu weit rechts von dem gespotteten Fisch, entschied mich aber die Drift auszufischen. 

Als ich mit noch etwas müden Augen den Weg des kleinen Bissanzeigers flussab verfolgte und dieser für den Bruchteil einer Sekunde kurz in der Strömung stehen blieb, reagierte ich sofort mit einem Anhieb. Die Rute neigte sich und ein furioser Drill begann. Nach mehreren heftigen Fluchten in die Gewässermitte konnte ich nach kurzer Zeit eine wunderschöne Bachforelle in meinem Kescher führen. Was für ein Start!


Noch während des Drills brach ein für die Voralpenregion bekannter Starkregen über uns herein. Alex, der in der einen Hand die Kamera und in der anderen Hand schützend seine Mütze über selbige hielt, vergaß in der Eile die Einstellungen zu prüfen. Daher leider die Unterbelichtung der Fotos. Aber besser ein Foto als kein Foto.
Die Traun wurde durch den Regen für die nächste Stunde nicht befischbar und so beschlossen wir eine Zwangspause zu machen und Schutz zu suchen.

Nach ca. einer halben Stunde begann das Wasser
wieder aufzuklaren und wir beschlossen an das Streckenende der Traun (Panzerfurt) zu fahren. Dort konnten wir vom Ufer aus einige schöne Fische spotten. Eine große Forelle pendelte im flachen Wasser von rechts nach links, um möglichst viele der driftenden Nymphen aufzuschnappen. Ich plazierte mich ein ganzes Stück unterhalb der Forelle im Wasser, Alex behielt sie vom Ufer aus im Blick.
Nachdem ich gefühlt meine gesamte Palette an Nymphen präsentiert hatte und der Fisch immer noch am fressen war, erinnerte ich mich an eine ähnliche Situation in Neuseeland. Die neuseeländische Bachforelle stieg während der gesamten Zeit, es waren zwei Tage, kein einziges mal. Dann präsentierte ich in meiner Verzweiflung einen kleinen Käfer und sie nahm ihn bei der erste Drift. Zwei Jahre später und zurück an der Traun, knotete ich eine Blue Dun an und fing den Fisch nach der dritten Drift. Der Take war, wie ihn jeder Fischer aus seinen Träumen kennt, beeindruckend. Das weit geöffnete Maul der Forelle tauchte aus dem Wasser auf und schloss sich mit einem beherzten Schmatzer wieder. Fish on!

In den Abendstunden entdeckten wir noch einige starke Fische in einer tiefen Rinne. Alex schaffte es einen der Fische auf eine Maikäferimitation zu fangen, verlor diesen aber leider wieder. Dann gelang es ihm aber doch eine schöne Regenbogenforelle auf eine tief geführte Nymphe zu fangen.
Zum Abschluss des Tages wollte ich noch ein paar Driften mit Feuersteins Spezialnymphe machen, die ich am Abend zuvor gebunden hatte. Nach ein paar Würfen, Alex betrachtete das ganze von der Brücke, sank mein Bissanzeiger ab. Ich schlug an, war mir aber sicher am Boden zu hängen und senkte die Rute.
Plötzlich hörte ich einen Ruf von Alex, verstand aber nicht genau, was er sagte. Intuitiv nahm ich wieder Kontakt zur Nymphe auf und spürte warum Alex rief. Die Helios verneigte sich und die Forelle schoss stromab. Die Bremse der RC3 L schrie und ich musste die Bremsleistung mit der Hand erhöhen. So gut es ging, versuchte ich dem Fisch, am aus großen Blöcken bestehenden Ufer zu Folgen. Mein Arm schmerzte nach wenigen Minuten und ich brauchte gar nicht daran zu denken die Oberhand in diesem Drill zu gewinnen. Die Bachforelle bewegte sich in der schnellen Strömung dermaßen geschickt flussauf und auch flussab, dass mir bald bewusst wurde, dass ich diesen Drill wohl nicht für mich entscheiden könne. Alex versuchte noch mit einem waghalsigen Manöver die Forelle vergebens aus der Strömung zu keschern und wurde dabei selber fast mitgerissen. Danke für deinen spektakulären Einsatz!
An diesem Abend kamen wohl mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Einerseits die Rolle mit der zu geringen Bremskraft, das 16er Vorfach, die anstrengenden Tage zuvor und ein vom Drillen müder Arm. Es wäre sicherlich meine größte, in Europa gefangene, Bachforelle gewesen!

Aufgrund des schlechten Wetters beschränken sich die Bilder leider nur auf die gefangenen Fische. Wir hätten gerne mehr der schönen Landschaft und der abwechslungsreichen Traun festgehalten.
Wir kommen wieder, soviel ist sicher!



Im letzten Beitrag unserer Reise erwartet euch der kristallklare Förchensee, seid gespannt!
Alex & Max

Donnerstag, 24. Mai 2012

Fliegenfischen auf Hecht in Oberbayern Part II


Der zweite Tag unserer Trout Stalking Tour begann nicht minder spät und so waren wir erneut vor den ersten Sonnenstrahlen am Wasser angekommen. Nicht gerade die entspannteste Form von Kurzurlaub, die wir uns dort vorgenommen hatten. Doch "Trout-" oder besser gesagt "Pike Stalking" ist eben Leidenschaft, die nicht immer nur Entspannung bedeutet, sonder auch fordert.


 

Vom Ufer aus, mit Polbrille und zwei Ruten gewappnet suchten wir nach Hechten und Döbeln. Leider bot sich uns das selbe Bild und es ließ sich, wie auch schon am Vortag, kein Vertreter der Arten blicken. Mit steigenden Temperaturen und der neuen Sinkschnur befischte Alex die tiefen Bereiche des Sees, in der Hoffnung an einen der vielen Hechte zu geraten.


In der Mittagspause stand unsere obligatorische Nudelmahlzeit auf dem Programm und kurzerhand wurden die "Fetten Katzen" in gemütliche Sessel umgewandelt. Die hervorragenden Sitzeigenschaften nutzte ich sogar für einen Mittagsschlaf, um Energie für den Nachmittag und Abend zu sammeln.
 

Während der Mittagspause suchte sich eine der zahlreichen Libellen Alex Wathose zum rasten aus und gab uns die Möglichkeit sie zu fotografieren.


Mit frischer Kraft machten wir uns auf den See zu umrunden. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, beschloss ich meine #4er und meine #8er Rute mitzunehmen. Durch die Beißflaute der Hechte wollte ich es gezielt auf die gigantischen Döbel probieren. Natürlich war ich mir bewusst, dass dieses Vorhaben nicht minder schwierig ist.



Nachdem wir zwei Steinfelder am nordwestlich exponiertem Hang durchquert und dabei mehrere Ringelnattern aus ihrem Sonnenbad geschreckt hatten, suchten wir die steinerne Kante nach Hechten ab. Ein größeres Exemplar stand träge im seichten Wasser und ließ sich von der Sonne wärmen. Irgendwie erinnerte mich das Bild eher an einen Karpfen als an einen Hecht. Selbst die Brutfische zogen direkt und ohne Furcht an seinem Maul vorbei.

Alex stieg vorsichtig den Hang hinab und beförderte seinen Streamer mit einem sauberen Wurf direkt vor das Maul des Hechtes. Nach einem Strip an der Fliegenschnur und einem Zucken des Streamers setzte sich der Hecht in Bewegung. Der eben noch träge Hecht folgte im glasklaren Wasser dem Streamer. Er stand mit seinem Maul nur wenige Millimeter hinter den letzten Fasern der Baitfish Immitation und drehte ab! Wenige Würfe später verschwand der Bursche im endlos scheinenden Blau des Sees. Was für eine Enttäuschung!

Ich hatte derweil einen der fetten Aitel gespottet und mich herangepirscht. An der Kante zogen drei dicke Dickköpfe ihre Bahnen. Ich versuchte es zuerst mit diversen kleinen Nymphen, die mit der  bekannten Ignoranz nicht eines Blickes gewürdigt wurden.
Nach einigen Überlegungen knüpfte ich meine Geheimwaffe ans 12er Fluocarbon-Vorfach und machte mir den Futterneid der Döbel zum Vorteil.
Ich passte den Moment ab, in dem zwei der Döbel aufeinander zuschwommen und platzierte die Fliege genau zwischen den beiden Fischen. Wie erwartet schossen die beiden auf den Glowbug zu und ehe ich mich versah verschwand der Bug in einem dem Mäuler.

Der folgende Anschlag wurde mit heftigen Fluchten ins offene Wasser quittiert. Letztendlich konnte ich einen mehrere Kilo schweren kapitalen Döbel keschern. Glücklich über den Fang des schönen Fisches fiel mir der Abschied der zwei Tage Stillwasserfischei, trotz der Hechtflaute, etwas leichter.

Mit diesem Loop möchten wir uns vom Lödenersee/Mittersee verabschieden und freuen uns darauf, wenn ihr uns in den letzten Tagen unserer Tour an die Deutsche Traun und den Förchensee begleitet.


Tight Lines
Alex & Max