Mittwoch, 4. Juli 2012
Freitag, 15. Juni 2012
Yellow Sally - Sternstunden am Bach
Ein wohlklingendes Rauschen verrät was ich eigentlich schon weiß, der Wasserstand ist endlich gestiegen. Der Regen der letzten Tage hat gutes getan, die Bodenspeicher gefüllt und letztendlich auch den Abfluss der Bäche in der Region erhöht.

Die Luft ist nicht besonders kalt, doch das Wetter ist trüb. Kaum spürbarer Nieselregen fällt aus den Wolken der Erdoberfläche entgegen. Das mittlerweile feuchte, hüfthoch gewachsene Gras duftet nach Sommer. Alles um mich herum ist saftig grün.
Eine kleine gelbe Steinfliege klettert auf der Suche nach einem Partner an einer Bank am Ufer entlang. Die Isoperla Grammatica oder auch Yellow Sally kommt in diesem Jahr besonders häufig vor und lässt die Bachforellen fressen, als gäbe es kein Morgen mehr.Selbst größere Fische sind jetzt auch am Tag aktiv und lassen sich mit Nymphe und Trockenfliege überlisten.
Besonders beeindruckt mich in dieser Saison die Stärke der Fische, trotz ihrer Größe nehmen sie Schnur und springen immer wieder.
Diese Bachforelle hatte die 40ger Marke bereits überschritten und lieferte an der #4er Rute einen furiosen Drill.
Die Schönheit der Bachforellen beeindruckt mich immer wieder auf neue. Jeder Fisch sieht anders aus und ist von einem besonderen Muster geprägt.Der bläulicher Hauch der die Kiemdeckel der Bachforellen umspielt wirkt einen unwiderstehlichen Bann aus.
Ich freue mich auf meinen nächsten Tag am Bach.
LG Max
Ich freue mich auf meinen nächsten Tag am Bach.
LG Max
Freitag, 1. Juni 2012
Fliegenfischen an der Deutschen Traun
Nach den vergangenen heißen und auch fischereilich sehr ernüchternden Tagen stand endlich wahres "Trout Stalking" auf dem Programm. Gebucht hatten wir für unseren vorletzten Tag die traditionelle Strecke der Deutschen Traun. So stand uns ein Tag Flussfischerei bevor, den wir freudig erwarteten. Wir wechselten die schweren Hechtruten gegen die leichten Forellenruten aus und verspürten sogleich eine ungeahnte Leichtigkeit beim Werfen.
Alex hatte für die Traun seine selbst gebaute Helios in Schnurklasse #6 dabei, ich fischte eine #5er Helios mit der RC3 L von Vosseler, die mir noch zum Verhängnis werden sollte... Aber dazu später mehr. Wie auch in den vergangenen Tagen waren wir bereits mit dem ersten Licht am Wasser. Der Morgen war mit 16 C. äußerst warm begleitet von immenser Luftfeuchtigkeit, welche vereinzelt kleinste Fliegen zum schlüpfen animierte. Kurz nachdem wir an den Ufern der Traun angekommen waren, begann es zu nieseln. Der Wetterbericht versprach für diesen Tag mäßige bis heftige Regenschauer und einen Temperatursturz von 16 Grad in der Früh auf 8 Grad am Vormittag. Der Regen erschwerte die Einsicht ins Gewässer ungemein und so beschlossen wir, uns für die erste Zeit zu trennen und die Spot's alleine abzufischen.
Mit dem Ziel, der großen Steinblöcke auf der anderen Uferseite vor Augen, knüpfte ich eine graue Steinfliege an und begann zu fischen. Als das Nieseln bereits in einen handfesten Regen übergegangen war und ich nicht einen Zupfer zu verbuchen hatte, fing ich an, mir Gedanken zu machen. Ich legte die Rute zur Seite, nahm meinen Kescher und zog ihm die rote Strumpfhose mit den zugeknoteten Beinen an. Den etwas modifizierten Kescher hielt ich für einige Minuten in die Strömung. Als meine Neven bereits die drohende Unterkühlung in meinem Kopf meldeten, hob ich den Strumpfhosen-Kescher vorsichtig aus dem Wasser. Zum Vorschein kamen einige kleine braune Nymphen mit fast schwarzer Flügelscheide. Ihr macht euch also auf, die Lüfte zu erreichen...
Mit dem Ziel, der großen Steinblöcke auf der anderen Uferseite vor Augen, knüpfte ich eine graue Steinfliege an und begann zu fischen. Als das Nieseln bereits in einen handfesten Regen übergegangen war und ich nicht einen Zupfer zu verbuchen hatte, fing ich an, mir Gedanken zu machen. Ich legte die Rute zur Seite, nahm meinen Kescher und zog ihm die rote Strumpfhose mit den zugeknoteten Beinen an. Den etwas modifizierten Kescher hielt ich für einige Minuten in die Strömung. Als meine Neven bereits die drohende Unterkühlung in meinem Kopf meldeten, hob ich den Strumpfhosen-Kescher vorsichtig aus dem Wasser. Zum Vorschein kamen einige kleine braune Nymphen mit fast schwarzer Flügelscheide. Ihr macht euch also auf, die Lüfte zu erreichen...
Ich wechselte meinen Standort auf die gegenüberliegende Flussseite und knüpfte eine 18er Tungsten Pheasant Tail an. Der Schlupf begann immer heftiger zu werden. Alex, der einige Meter flussauf einen Pool befischte, drillte schon die erste Traunforelle. Mir gelang es trotz der erschwerten Bedingungen eine Forelle zu spotten und begann diese vorsichtig anzufischen. Meine Mühen wurden gekonnt ignoriert. Ich präsentierte erneut, leider einen guten Meter zu weit rechts von dem gespotteten Fisch, entschied mich aber die Drift auszufischen.
Die Traun wurde durch den Regen für die nächste Stunde nicht befischbar und so beschlossen wir eine Zwangspause zu machen und Schutz zu suchen.
Nach ca. einer halben Stunde begann das Wasserwieder aufzuklaren und wir beschlossen an das Streckenende der Traun (Panzerfurt) zu fahren. Dort konnten wir vom Ufer aus einige schöne Fische spotten. Eine große Forelle pendelte im flachen Wasser von rechts nach links, um möglichst viele der driftenden Nymphen aufzuschnappen. Ich plazierte mich ein ganzes Stück unterhalb der Forelle im Wasser, Alex behielt sie vom Ufer aus im Blick.
Nachdem ich gefühlt meine gesamte Palette an Nymphen präsentiert hatte und der Fisch immer noch am fressen war, erinnerte ich mich an eine ähnliche Situation in Neuseeland. Die neuseeländische Bachforelle stieg während der gesamten Zeit, es waren zwei Tage, kein einziges mal. Dann präsentierte ich in meiner Verzweiflung einen kleinen Käfer und sie nahm ihn bei der erste Drift. Zwei Jahre später und zurück an der Traun, knotete ich eine Blue Dun an und fing den Fisch nach der dritten Drift. Der Take war, wie ihn jeder Fischer aus seinen Träumen kennt, beeindruckend. Das weit geöffnete Maul der Forelle tauchte aus dem Wasser auf und schloss sich mit einem beherzten Schmatzer wieder. Fish on!
Zum Abschluss des Tages wollte ich noch ein paar Driften mit Feuersteins Spezialnymphe machen, die ich am Abend zuvor gebunden hatte. Nach ein paar Würfen, Alex betrachtete das ganze von der Brücke, sank mein Bissanzeiger ab. Ich schlug an, war mir aber sicher am Boden zu hängen und senkte die Rute.
Plötzlich hörte ich einen Ruf von Alex, verstand aber nicht genau, was er sagte. Intuitiv nahm ich wieder Kontakt zur Nymphe auf und spürte warum Alex rief. Die Helios verneigte sich und die Forelle schoss stromab. Die Bremse der RC3 L schrie und ich musste die Bremsleistung mit der Hand erhöhen. So gut es ging, versuchte ich dem Fisch, am aus großen Blöcken bestehenden Ufer zu Folgen. Mein Arm schmerzte nach wenigen Minuten und ich brauchte gar nicht daran zu denken die Oberhand in diesem Drill zu gewinnen. Die Bachforelle bewegte sich in der schnellen Strömung dermaßen geschickt flussauf und auch flussab, dass mir bald bewusst wurde, dass ich diesen Drill wohl nicht für mich entscheiden könne. Alex versuchte noch mit einem waghalsigen Manöver die Forelle vergebens aus der Strömung zu keschern und wurde dabei selber fast mitgerissen. Danke für deinen spektakulären Einsatz!
An diesem Abend kamen wohl mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Einerseits die Rolle mit der zu geringen Bremskraft, das 16er Vorfach, die anstrengenden Tage zuvor und ein vom Drillen müder Arm. Es wäre sicherlich meine größte, in Europa gefangene, Bachforelle gewesen!
Aufgrund des schlechten Wetters beschränken sich die Bilder leider nur auf die gefangenen Fische. Wir hätten gerne mehr der schönen Landschaft und der abwechslungsreichen Traun festgehalten.
Wir kommen wieder, soviel ist sicher!
Im letzten Beitrag unserer Reise erwartet euch der kristallklare Förchensee, seid gespannt!
Alex & Max
Donnerstag, 24. Mai 2012
Fliegenfischen auf Hecht in Oberbayern Part II
Der zweite Tag unserer Trout Stalking Tour begann nicht minder spät und
so waren wir erneut vor den ersten Sonnenstrahlen am Wasser angekommen.
Nicht gerade die entspannteste Form von Kurzurlaub, die wir uns dort
vorgenommen hatten. Doch "Trout-" oder besser gesagt "Pike Stalking"
ist eben Leidenschaft, die nicht immer nur Entspannung bedeutet, sonder
auch fordert.
Vom Ufer aus, mit Polbrille und zwei Ruten gewappnet suchten wir nach Hechten und Döbeln. Leider bot sich uns das selbe Bild und es ließ sich, wie auch schon am Vortag, kein Vertreter der Arten blicken. Mit steigenden Temperaturen und der neuen Sinkschnur befischte Alex die tiefen Bereiche des Sees, in der Hoffnung an einen der vielen Hechte zu geraten.
In der Mittagspause stand unsere
obligatorische Nudelmahlzeit auf dem Programm und kurzerhand wurden die
"Fetten Katzen" in gemütliche Sessel umgewandelt. Die hervorragenden
Sitzeigenschaften nutzte ich sogar für einen Mittagsschlaf, um Energie für den Nachmittag und Abend zu sammeln.
Während der Mittagspause suchte sich eine der zahlreichen Libellen Alex Wathose zum rasten aus und gab uns die Möglichkeit sie zu fotografieren.
Mit frischer Kraft machten wir uns auf den See zu umrunden. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, beschloss ich meine #4er und meine #8er Rute mitzunehmen. Durch die Beißflaute der Hechte wollte ich es gezielt auf die gigantischen Döbel probieren. Natürlich war ich mir bewusst, dass dieses Vorhaben nicht minder schwierig ist.

Nachdem wir zwei Steinfelder am nordwestlich exponiertem Hang durchquert und dabei mehrere Ringelnattern aus ihrem Sonnenbad geschreckt hatten, suchten wir die steinerne Kante nach Hechten ab. Ein größeres Exemplar stand träge im seichten Wasser und ließ sich von der Sonne wärmen. Irgendwie erinnerte mich das Bild eher an einen Karpfen als an einen Hecht. Selbst die Brutfische zogen direkt und ohne Furcht an seinem Maul vorbei.
Alex stieg vorsichtig den Hang hinab und beförderte seinen Streamer mit einem sauberen Wurf direkt vor das Maul des Hechtes. Nach einem Strip an der Fliegenschnur und einem Zucken des Streamers setzte sich der Hecht in Bewegung. Der eben noch träge Hecht folgte im glasklaren Wasser dem Streamer. Er stand mit seinem Maul nur wenige Millimeter hinter den letzten Fasern der Baitfish Immitation und drehte ab! Wenige Würfe später verschwand der Bursche im endlos scheinenden Blau des Sees. Was für eine Enttäuschung!
Ich hatte derweil einen der fetten Aitel gespottet und mich herangepirscht. An der Kante zogen drei dicke Dickköpfe ihre Bahnen. Ich versuchte es zuerst mit diversen kleinen Nymphen, die mit der bekannten Ignoranz nicht eines Blickes gewürdigt wurden.
Nach einigen Überlegungen knüpfte ich meine Geheimwaffe ans 12er Fluocarbon-Vorfach und machte mir den Futterneid der Döbel zum Vorteil.
Ich passte den Moment ab, in dem zwei der Döbel aufeinander zuschwommen und platzierte die Fliege genau zwischen den beiden Fischen. Wie erwartet schossen die beiden auf den Glowbug zu und ehe ich mich versah verschwand der Bug in einem dem Mäuler.
Ich passte den Moment ab, in dem zwei der Döbel aufeinander zuschwommen und platzierte die Fliege genau zwischen den beiden Fischen. Wie erwartet schossen die beiden auf den Glowbug zu und ehe ich mich versah verschwand der Bug in einem dem Mäuler.
Der folgende Anschlag wurde mit heftigen Fluchten ins offene Wasser quittiert. Letztendlich konnte ich einen mehrere Kilo schweren kapitalen Döbel keschern. Glücklich über den Fang des schönen Fisches fiel mir der Abschied der zwei Tage Stillwasserfischei, trotz der Hechtflaute, etwas leichter.
Tight Lines
Alex & Max
Alex & Max
Sonntag, 20. Mai 2012
Fliegenfischen auf Hecht in Oberbayern Part I
Letzte Woche Mittwoch war es wieder soweit, die spontan geplante Tour stand kurz vor ihrem Beginn.
Ziel war dieses Mal Oberbayern, genauer gesagt der Chimgau mit seinen wunderschönen Gewässern. Wir hatten uns vorgenommen am Mittwoch die ca. 3,5 stündige Anfahrt hinter uns zu bringen, Karten abzuholen und einen ersten Eindruck der von uns zu befischenden Gewässer zu erlangen. Do. und Fr. wollten wir den scheuen Berghechten nachstellen, Sa. war die Deutsche Traun gebucht und So. stand zum Abschluss die spannende Sichtfischerei im Förchensee auf dem Programm. Dies klang wohltuenden in unseren Ohren nach einem ausgereiftem Plan mit viel Fisch. Doch es sollte anders kommen!
Piep Piep Piep... der Wecker reißt uns aus dem kurzen Schlaf, die Augen brennen und der Schädel brummt. Hätte ich vor der kurzen Nacht doch kein Bier mehr trinken sollen, stelle ich mir die Frage und schließe für eine Sekunde noch einmal kurz die Augen. Neben mir ist Alex schon mit dem Packen seiner Sachen fertig, ich höre den Reißverschluss kreischen. Los geht's ruft er mir auf dem Weg nach draußen zu. Auf einmal bin ich hell wach, jetzt heißt es nur noch Fischen!
Der See scheint vom Nebel verschluckt und absolute Stille drückt auf die Ohren, kein Vogel der zwitschert, kein Luftzug der die Blätter der Bäume zum Rascheln bringt. Die Oberfläche ist glatt wie ein Spiegel und wird von nichts Irritiert. Geräuschlos zieht eine Schleie am Ufer ihre Bahnen und sucht nach Futter. Wir werten das als gutes Zeichen, Futterfisch in Ufernähe, da können die Hechte nicht weit sein!Die Schnur durchschneidet die kalte Luft und landet sanft auf der Wasseroberfläche, trotzdem beginnen kleinste Wellen sich nach links und rechts auszubreiten. Strip, Strip, Pause... der Streamer bleibt für den Bruchteil einer Sekunde Stehen, dann wiederholt sich der Vorgang.
Kein Hecht folgt dem Streamer, das Wasser bleibt gespenstisch ruhig. Wir teilen uns auf, um leiser waten zu können und einen größeren Bereich effektiv abfischen zu können.
Ein lauter Ruf durchdringt den Nebel. HECHT! Ich nehme sofort die Schnur auf und Wate ans Ufer, lege die Rute weg und laufe Los. Alex #9er Rute biegt sich beachtlich und ich erwarte einen guten Fisch. Kleiner als gedacht, aber äußerst kräftig kämpft der junge Hecht und fliegt immer wieder ins Freiwasser. Schnelle ein Foto und schon kann er wieder schwimmen. Der Bann ist gebrochen, der erste Hecht gelandet jetzt kann es losgehenSo fischen wir die nächsten Stunden Wurf um Wurf das Ufer ab, doch weitere Hechte lassen sich nicht mehr Blicken. Langsam gewinnt die Sonne die Oberhand im Kampf gegen den Nebel und offenbart uns die Gesamte atemberaubende Landschaft.
Der Himmel ist tiefblau und der Buchenmischwald präsentiert sein junges, saftiges Grün in den morgendlichen Sonnenstrahlen. Letzte Schleier ziehen durch die Bäume und lassen Assoziationen an eine Welt vor unserer Zeit freien lauf.
Der Wetterbericht prophezeit für die kommenden zwei Tage Hechtfischen nichts gutes. Wie mich die Erfahrungen aus Schweden gelehrt haben ist Badewetter kein Wetter um Hechte zu fangen, und diese Erkenntnis sollte leider bestätigt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Hechte ins tiefere Wasser zurückgezogen haben und so steht für den Nachmittag die Fischerei mit Sinkschnur und Belly Boat auf dem Programm.
Unterwegs begegnet Alex ein eng umschlungenes Froschpärchen auf dem See. Die beiden Wissen wohl nicht, dass sie sich den besten Tag für ihren Badeausflug ausgesucht haben. Bei den Wellen die sie veranstalteten währen sie wohl nicht so weit gekommen. Oder wissen die zwei genau bescheid und schmunzeln über uns?Part II folgt...
LG Max
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