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Freitag, 1. Juni 2012

Fliegenfischen an der Deutschen Traun


Nach den vergangenen heißen und auch fischereilich sehr ernüchternden Tagen stand endlich wahres "Trout Stalking" auf dem Programm. Gebucht hatten wir für unseren vorletzten Tag die traditionelle Strecke der Deutschen Traun. So stand uns ein Tag Flussfischerei bevor, den wir freudig erwarteten. Wir wechselten die schweren Hechtruten gegen die leichten Forellenruten aus und verspürten sogleich eine ungeahnte Leichtigkeit beim Werfen.



Alex hatte für die Traun seine selbst gebaute Helios in Schnurklasse #6 dabei, ich fischte eine #5er Helios mit der RC3 L von Vosseler, die mir noch zum Verhängnis werden sollte... Aber dazu später mehr. Wie auch in den vergangenen Tagen waren wir bereits mit dem ersten Licht am Wasser. Der Morgen war mit 16 C. äußerst warm begleitet von immenser Luftfeuchtigkeit, welche vereinzelt kleinste Fliegen zum schlüpfen animierte. Kurz nachdem wir an den Ufern der Traun angekommen waren, begann es zu nieseln. Der Wetterbericht versprach für diesen Tag mäßige bis heftige Regenschauer und einen Temperatursturz von 16 Grad in der Früh auf 8 Grad am Vormittag. Der Regen erschwerte die Einsicht ins Gewässer ungemein und so beschlossen wir, uns für die erste Zeit zu trennen und die Spot's alleine abzufischen.


Mit dem Ziel, der großen Steinblöcke auf der anderen Uferseite vor Augen, knüpfte ich eine graue Steinfliege an und begann zu fischen. Als das Nieseln bereits in einen handfesten Regen übergegangen war und ich nicht einen Zupfer zu verbuchen hatte, fing ich an, mir Gedanken zu machen. Ich legte die Rute zur Seite, nahm meinen Kescher und zog ihm die rote Strumpfhose mit den zugeknoteten Beinen an. Den etwas modifizierten Kescher hielt ich für einige Minuten in die Strömung. Als meine Neven bereits die drohende Unterkühlung in meinem Kopf meldeten, hob ich den Strumpfhosen-Kescher vorsichtig aus dem Wasser. Zum Vorschein kamen einige kleine braune Nymphen mit fast schwarzer Flügelscheide. Ihr macht euch also auf, die Lüfte zu erreichen...

Ich wechselte meinen Standort auf die gegenüberliegende Flussseite und knüpfte eine 18er Tungsten Pheasant Tail an. Der Schlupf begann immer heftiger zu werden. Alex, der einige Meter flussauf einen Pool befischte, drillte schon die erste Traunforelle.
Mir gelang es trotz der erschwerten Bedingungen eine Forelle zu spotten und begann diese vorsichtig anzufischen. Meine Mühen wurden gekonnt ignoriert. Ich präsentierte erneut, leider einen guten Meter zu weit rechts von dem gespotteten Fisch, entschied mich aber die Drift auszufischen. 

Als ich mit noch etwas müden Augen den Weg des kleinen Bissanzeigers flussab verfolgte und dieser für den Bruchteil einer Sekunde kurz in der Strömung stehen blieb, reagierte ich sofort mit einem Anhieb. Die Rute neigte sich und ein furioser Drill begann. Nach mehreren heftigen Fluchten in die Gewässermitte konnte ich nach kurzer Zeit eine wunderschöne Bachforelle in meinem Kescher führen. Was für ein Start!


Noch während des Drills brach ein für die Voralpenregion bekannter Starkregen über uns herein. Alex, der in der einen Hand die Kamera und in der anderen Hand schützend seine Mütze über selbige hielt, vergaß in der Eile die Einstellungen zu prüfen. Daher leider die Unterbelichtung der Fotos. Aber besser ein Foto als kein Foto.
Die Traun wurde durch den Regen für die nächste Stunde nicht befischbar und so beschlossen wir eine Zwangspause zu machen und Schutz zu suchen.

Nach ca. einer halben Stunde begann das Wasser
wieder aufzuklaren und wir beschlossen an das Streckenende der Traun (Panzerfurt) zu fahren. Dort konnten wir vom Ufer aus einige schöne Fische spotten. Eine große Forelle pendelte im flachen Wasser von rechts nach links, um möglichst viele der driftenden Nymphen aufzuschnappen. Ich plazierte mich ein ganzes Stück unterhalb der Forelle im Wasser, Alex behielt sie vom Ufer aus im Blick.
Nachdem ich gefühlt meine gesamte Palette an Nymphen präsentiert hatte und der Fisch immer noch am fressen war, erinnerte ich mich an eine ähnliche Situation in Neuseeland. Die neuseeländische Bachforelle stieg während der gesamten Zeit, es waren zwei Tage, kein einziges mal. Dann präsentierte ich in meiner Verzweiflung einen kleinen Käfer und sie nahm ihn bei der erste Drift. Zwei Jahre später und zurück an der Traun, knotete ich eine Blue Dun an und fing den Fisch nach der dritten Drift. Der Take war, wie ihn jeder Fischer aus seinen Träumen kennt, beeindruckend. Das weit geöffnete Maul der Forelle tauchte aus dem Wasser auf und schloss sich mit einem beherzten Schmatzer wieder. Fish on!

In den Abendstunden entdeckten wir noch einige starke Fische in einer tiefen Rinne. Alex schaffte es einen der Fische auf eine Maikäferimitation zu fangen, verlor diesen aber leider wieder. Dann gelang es ihm aber doch eine schöne Regenbogenforelle auf eine tief geführte Nymphe zu fangen.
Zum Abschluss des Tages wollte ich noch ein paar Driften mit Feuersteins Spezialnymphe machen, die ich am Abend zuvor gebunden hatte. Nach ein paar Würfen, Alex betrachtete das ganze von der Brücke, sank mein Bissanzeiger ab. Ich schlug an, war mir aber sicher am Boden zu hängen und senkte die Rute.
Plötzlich hörte ich einen Ruf von Alex, verstand aber nicht genau, was er sagte. Intuitiv nahm ich wieder Kontakt zur Nymphe auf und spürte warum Alex rief. Die Helios verneigte sich und die Forelle schoss stromab. Die Bremse der RC3 L schrie und ich musste die Bremsleistung mit der Hand erhöhen. So gut es ging, versuchte ich dem Fisch, am aus großen Blöcken bestehenden Ufer zu Folgen. Mein Arm schmerzte nach wenigen Minuten und ich brauchte gar nicht daran zu denken die Oberhand in diesem Drill zu gewinnen. Die Bachforelle bewegte sich in der schnellen Strömung dermaßen geschickt flussauf und auch flussab, dass mir bald bewusst wurde, dass ich diesen Drill wohl nicht für mich entscheiden könne. Alex versuchte noch mit einem waghalsigen Manöver die Forelle vergebens aus der Strömung zu keschern und wurde dabei selber fast mitgerissen. Danke für deinen spektakulären Einsatz!
An diesem Abend kamen wohl mehrere ungünstige Faktoren zusammen. Einerseits die Rolle mit der zu geringen Bremskraft, das 16er Vorfach, die anstrengenden Tage zuvor und ein vom Drillen müder Arm. Es wäre sicherlich meine größte, in Europa gefangene, Bachforelle gewesen!

Aufgrund des schlechten Wetters beschränken sich die Bilder leider nur auf die gefangenen Fische. Wir hätten gerne mehr der schönen Landschaft und der abwechslungsreichen Traun festgehalten.
Wir kommen wieder, soviel ist sicher!



Im letzten Beitrag unserer Reise erwartet euch der kristallklare Förchensee, seid gespannt!
Alex & Max

Donnerstag, 29. März 2012

Home sweet Home

Aufstehen, aus dem Haus gehen, 200 Meter laufen und ich bin am Wasser. So stelle ich mir das Leben vor. Dieses Jahr kann ich den Fluss befischen, dessen Brücken, mich in meiner Heimatstadt, immer für einen Stopp einladen!
Ich erinnere mich noch an meine Kindheit in der die großen Brückenforellen unter dem Bauwerk meine Brotkrümel von der Oberfläche schnappten. Diese Zeiten sind leider vorbei. Denn seit Jahren sehe ich, wenn ich vom Balkon schaue, ab und an einen Kormoran vorbei fliegen. Der schwarze Geselle hinterlässt auch hier seine Spuren!
Die großen Brückenforellen sind verschwunden und das "Stalken" der Fische ist mühsam und schwierig geworden.

Das Gewässer habe ich nun eingehend studiert und konnte erstklassige Spots ausmachen. An der Mündung in den Neckar konnte ich einen großen Schwarm Nasen ausmachen, die zum Laichen in die Lauter ziehen. Deswegen werde ich nun den unteren Teil vernachlässigen um die Brautschau nicht zu stören.

Ein Stückchen später kommt die wohl einzige Kurve der Lauter, danach geht es rau stromaufwärts bis zu mir nach Hause. In meinen jungen Jahren war der darauf folgende Gewässerabschnitt ein eintöniger Kanal mit gleichmäßiger Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit. Doch der Fischereiverein hat zur Aufwertung des Gewässers vor einigen Jahren auf der kompletten kanalisierten Länge Störsteine platziert und somit Rinnen und Gumpen für die Forellen geschaffen. Dieser Abschnitt lädt jedoch nicht sonderlich zum Fischen ein, da die großen Bachforellen trotz des verbesserten Gewässerbilds keine Unterstände haben.

Interessant wird es erst sobald das erste Wehr passiert ist. Trotz des weiterhin recht geraden Verlaufs wechseln sich glatte Gewässerzüge mit tiefen Gumpen ab und die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Die unterspülten Bäume und Kehrströmung an diesem Gewässerabschnitt sind der ideale Lebensraum für Großforellen, die wohl nicht "gestalkt" werden wollen. Das nächste Wehr stellt den aussichtsreichsten Spot dar um eine große Forelle an den Haken zu bekommen. Die Rampe ist sehr breit gezogen und das Wasser strömt in den größten Pool des Abschnitts. Große Steine liegen viel versprechend im Wasser.
Ihr kennt es sicherlich das Gefühl, wenn ihr an einem Spot steht und innerlich zu euch sagt: An diesem Spot steht hundert pro ein richtig guter Fisch!

Mit dieser Analyse des Gewässers mache ich mich vor Sonnenaufgang auf den Weg zum Big Pool, denn vermutlich werde ich diesen Sonntag nicht alleine am Wasser sein. Leider ist auch dieser Fluss kein Fly Only Gewässer und ich teile mein Revier mit zig Spinnfischern, die darauf aus sind Forelle zum Abendbrot zu essen. Zum Glück hatte ich den Spot noch für mich alleine und konnte so eine schöne Bachforelle fangen. Als die Sonne aufging war bereits an jedem Spot ein Angler. Alle Gumpen waren befischt und so hatte ich nur noch ein paar wenige zaghafte Bisse, die ich nicht verwerten konnte.

So beschloss ich nach Hause zu gehen und an meiner neuen Fliegenrute zu arbeiten. Direkt nach einer genehmen Pause machte ich mich wieder auf ans Wasser. Ich arbeitete mich den Fluss stromab und siehe da, es waren kaum noch Spinnfischer unterwegs, ich konnte einige Pools befischen und die ersten kleinen Fische landen. An einem viel versprechenden Pool, der am Morgen, noch von einem Vater mit seinen Söhnen und deren Blinkern bearbeitet wurde ließ ich eine kleine schwere Nymphe stromab in den Pool sinken. Ich nahm mit der 10' Rute Kontakt zur Fliege auf, als die Schnur stoppte und ich anzog dachte ich erst ich hänge. Doch die Bewegung in der Schnur und der starke Wiederstand machte mir schnell klar: Ich habe einen schweren Fisch am Haken! So konnte ich eine 50+ Regenbogenforelle am ersten Tag landen. Leider habe ich kein Bild für euch......

Genug zum 1.4 geschrieben. Heute bin ich trotz des miserablen Wetters zum Fischen gegangen. Diesmal habe ich euch ein paar Bilder mitgebracht, auch wenn es alleine schwierig ist den Fisch gut abzulichten!






Zu guter Letzt noch diese schöne 43cm Bachforelle. Beim Drill bin ich ein wenig nass geworden oder mit anderen Worten ich bin ins Wasser gefallen!



Gruß Alex

Mittwoch, 15. September 2010

Mountainstream Flyfishing Teil 1


Wir sind gerade von unserer herrlichen Woche Fliegenfischen in Österreich zurückgekehrt und noch ganz high ;D
Wir habe bei durchwachsenen, aber stets auch sonnigem Wetter viele schöne Stunden am Wasser erlebt.
Gefischt wurde meist auf Sicht mit der buschigen Sedge, sowohl im schnellen Wasser als auch in den traumhaften Pools.
Die Fischerei im nicht ganz einfachen Gelände, hat uns einiges abverlangt und Abends ihre deutlichen Spuren zum Vorschein gebracht.
Jeden der sieben Tage verbrachten wir in den wunderschönen und sehr abwechslungsreichen Abschnitten.



Nice Cast!


Der Bach nimmt seinen lauf über die Alm.


Schöner Bachsaibling.


Released!


Wunderschön gezeichnete Regenbogenforelle.


Schöne wilde Regenbogenforelle.


Traumhafte Bedingungen.


Wilde Bachforelle.


Pilze, ob man die essen kann?


Kleiner Pool.


Gute Kämpfer, an der feinen Rute.


Bachforelle gefangen auf Rehhaar Sedge.


Feiste Forelle.


Wunderschön!